i-Kfz: Die digitale Abmeldung und Wiederzulassung

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Mittlerweile werden Vorgänge auch bei den Kfz-Zulassungsbehörden internetbasiert umgesetzt und als „i-Kfz“ benannt. Die Umsetzung erfolgt dabei in mehreren Stufen.

  • Stufe 1: Online-Abmeldung (seit 2015 in Kraft)
  • Stufe 2: Online-Wiederzulassung (seit 1.10.2017 in Kraft)
  • Stufe 3: Online-Neuzulassung (seit 1.10.2019 in Kraft)

Damit die internetbasierten Prozesse funktionieren, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. Der Artikel erklärt Ihnen im Detail, worauf Sie insgesamt achten müssen und wie es mit der internetbasierten Fahrzeugzulassung weitergeht.

Stufe 1: Die digitale Kfz-Abmeldung

Die digitale Kfz-Abmeldung und Wiederzulassung funktioniert mit einigen Hilfsmitteln.

Die Abmeldung eines Kfz über das Internet wird seit Anfang 2015 angeboten und gilt als 1. Stufe von i-Kfz. Der Behördengang soll dadurch entfallen. Doch nicht jeder Fahrzeughalter kann diesen Vorteil in Anspruch nehmen.

So funktioniert die digitale Abmeldung nur für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2015 entweder neu oder wieder zugelassen wurden. Seit diesem Stichtag werden Kennzeichenplaketten und Zulassungsbescheinigungen ausgegeben, die jeweils einen verdeckten Sicherheitscode enthalten.

Des weiteren ist ein Personalausweis mit Chip und ein Kartenlesegerät bzw. ein Smartphone mit NFC-Funktion sowie gültiger Ausweis-App vonnöten.

In sechs Schritten zur erfolgreichen Online-Abmeldung

  1. Rubbeln Sie den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung Teil I frei
  2. Entfernen Sie die Abdeckung auf der Kennzeichenplakette (Sicherheitscode freilegen)
  3. Schreiben Sie beide Codes händisch auf oder scannen Sie die QR-Codes mit Ihrem Smartphone
  4. Rufen Sie die Website Ihrer zuständigen Zulassungsbehörde auf. Mit Ihrem Personalausweis können Sie sich nun identifizieren.
  5. Geben Sie jetzt Ihre Kennzeichenkombination und die zwei Codes ein
  6. Zahlen Sie elektronisch per Giropay/Kreditkarte oder nach Gebührenbescheid

Video: Die internetbasierte Kfz-Abmeldung

Stufe 2: Die digitale Kfz-Wiederzulassung

Mit der Online-Wiederzulassung wurde am 1. Oktober 2017 die 2. Stufe der Digitalisierung vollzogen. Wie bei der digitalen Abmeldung, gibt es auch hier einige Voraussetzungen, um ein Kfz online wiederzulassen zu können:

  • Die Wiederzulassung erfolgt auf denselben Fahrzeughalter und in demselben Zulassungsbezirk
  • Das vorherige Kennzeichen ist reserviert (Beachten Sie: Die Reservierung ist je nach Zulassungsstelle maximal ein Jahr gültig!)
  • Sie sind eine natürliche Person (kein Unternehmen)
  • Ein SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer liegt vor
  • Sie besitzen einen Personalausweis mit Online-Funktion
  • Sie verfügen über den zuvor freigelegten Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung Teil I
  • Der Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung (HU) ist vorhanden
  • Sie haben die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)

❕Achtung: Für Krafträder und Anhänger mit Wechselkennzeichen sowie Kfz mit dem Nachweis „verschrottet“ ist eine Online-Wiederzulassung nicht möglich.

Die sieben Schritte zur digitalen Kfz-Wiederzulassung

  1. Rufen Sie die Website Ihrer zuständigen Kfz-Zulassungsbehörde auf und identifizieren Sie sich mit Ihrem Personalausweis
  2. Geben Sie nun den Sicherheitscode auf der Zulassungsbescheinigung Teil I ein
  3. Anschließend geben Sie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) ein. Diese finden Sie sowohl in der Zulassungsbescheinigung Teil I sowie Teil II.
  4. Als nächstes wird die Nummer der elektronischen Versicherungsbestätigung benötigt
  5. Jetzt geben Sie Ihre Bankdaten für das SEPA-Lastschriftverfahren ein
  6. Weisen Sie danach die gültige Hauptuntersuchung nach
  7. Als letzten Schritt zahlen Sie die Gebühren z.B. mit Kreditkarte oder via Giropay

Für die internetbasierte Kfz-Zulassung wurde das Verfahren über den Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung (HU) vereinfacht. Das Verfahren funktioniert über einen automatischen Datenabgleich mit dem Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR). Hier sind die Informationen zu Hauptuntersuchungen enthalten. Es kann jedoch vorkommen, dass die Daten der HU nicht direkt vermerkt werden. Eine direkte Online-Anmeldung ist daher nicht immer möglich.

Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V. (KÜS) regelt diese Problematik mithilfe eines Expresscodes. Dieser steht auf dem Bericht der Hauptuntersuchung und wird als Nachweis akzeptiert.

Die digitale Kfz-Wiederzulassung kostet 16,53 Euro. Nach Abschluss des Zahlungsvorgangs, werden Ihnen per Post eine neue Zulassungsbescheinigung Teil I sowie neue Siegelplaketten zugeschickt, die Sie dann auf Ihre Kennzeichen kleben können.

Vor- und Nachteile der Online-Wiederzulassung

+
Gang zur Zulassungsstelle fällt wegTechnische Hürden
– Personalausweis mit Chip
– Kartenlesegerät oder NFC-fähiges Handy
Organisatorische Einschränkungen
– Reservierungszwang für Kennzeichen
– Bei Kreiswechsel nicht möglich

Fazit zu i-Kfz

i-Kfz ist bisher ein absoluter Flop. Die Einschränkungen und technischen Voraussetzungen sind derart massiv, dass es selbst technisch versierten Personen nicht gelingt, die Online-Prozesse fehlerfrei zu nutzen. Zudem sind die Kfz-Zulassungsstellen mit der Thematik komplett überfordert.

Dies führt dazu, dass sich die bislang online durchgeführten i-Kfz-Vorgänge quasi an einer Hand abzählen lassen. Hier wurde und wird also weiterhin massiv Steuergeld verschwendet.

Der Gund ist, dass i-Kfz nicht aus Sicht des Bürgers oder aus Sicht der Zulassungsstellen geplant und umgesetzt wurde. Ziel von i-Kfz ist explizit nicht, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. Vielmehr ist das Ziel, einen Verwaltungsakt umzusetzen.

D.h. i-Kfz ist letztendlich ein Beschäftigungsprogramm für Beamte sowie ein millionenschweres Förderprogramm für die in das Projekt eingebundenen Unternehmensberatungen. Der praktische Nutzen spielt keine Rolle und ist daher auch nicht gegeben.