Was ändert sich im Jahr 2018?

Jedes neue Jahr bringt Änderungen und Neuerungen mit sich. Auch im Kfz-Bereich hat sich für 2018 einiges getan. Im Bußgeldkatalog sind unter anderem höhere Geldstrafen für Verkehrsverstöße festgelegt worden – es geht insbesondere um die Themen "Rettungsgasse bilden" und die Handynutzung am Steuer.

Außerdem: Die Kfz-Steuer wird neu berechnet, Fahrverbote werden zu einem wichtigen Thema und bei der Klasseneinstufung der Kfz-Versicherung hat sich ebenfalls einiges geändert. Der Artikel klärt Sie im Detail darüber auf, was Sie im Jahr 2018 alles beachten müssen.

Erhöhte Bußgelder für Verkehrssünder

Mini-Cooper im Grünen: Zu Änderungen im Kfz-Bereich im Jahr 2018
In mehreren Bereichen greifen 2018 neue Regelungen für Fahrzeughalter!

Nichtbilden einer Rettungsgasse

Wer keine Rettungsgasse bildet, auch wenn die Einsatzfahrzeuge ohne Probleme vorankommen, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro und ein Punkt in Flensburg. Wer zudem Rettungskräfte im Einsatz behindert, muss mit einer Geldstrafe von 240 Euro und zwei Punkten in Flensburg rechnen.

Ist ein Durchkommen der Fahrzeuge nicht gewährleistet und zusätzlich werden Rettungskräfte oder verletzte Personen gefährdet, steigt das Bußgeld auf 280 Euro, das Konto in Flensburg wächst um zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot wird erteilt. Bei einer Sachbeschädigung sind 320 Euro fällig sowie zwei Punkte und ein Fahrverbot für einen Monat.

Im Überblick:

Verstoß Punkte in Flensburg Fahrverbot Bußgeld
bei Nichtbilden einer Rettungsgasse ein Punkt - 200 Euro
bei zusätzlicher Behinderung von Einsatzfahrzeugen zwei Punkte - 240 Euro
bei zusätzlicher Gefährdung von Einsatzkräften oder verletzten Personen zwei Punkte ein Monat 280 Euro
bei zusätzlicher Sachbeschädigung zwei Punkte ein Monat 320 Euro

Elektronische Endgeräte am Steuer

Der § 23 StVO besagt ab 2018, dass die Benutzung von Mobil- und Autotelefonen sowie Tablets oder E-Book-Reader beim Autofahren ausdrücklich untersagt ist. Dazu gehört auch die Internetnutzung und das Schreiben von elektronischen Nachrichten. Sie dürfen erst zum Gerät greifen, wenn Sie den Motor manuell ausgeschaltet haben.

Ein Verstoß gegen diese Regel führt zu einer Geldstrafe von 100 Euro, anstatt der bis Oktober 2017 üblichen 60 Euro. Führt die Missachtung zu einer Gefährdung, werden es 150 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Eine Sachbeschädigung kann mit 200 Euro, zwei Punkten und ebenfalls einem Fahrverbot von einem Monat bestraft werden.

Im Überblick:

Verstoß Punkte in Flensburg Fahrverbot Bußgeld
bei Nutzung von Mobil- und Autotelefonen, Tablet oder E-Book-Reader - - 100 Euro
bei Gefährdung zwei Punkte ein Monat 240 Euro
bei Sachbeschädigung zwei Punkte ein Monat 280 Euro

Was im Auto hingegen erlaubt ist, ist die Nutzung einer Sprachsteuerung und einer Vorlesefunktion sowie die Verwendung von Head-up-Displays (HUD).

Achtung: Das Verbot richtet sich nicht nur an Fahrzeughalter und Fahrer, sondern auch an Fahrradfahrer. Wer bei dem Gebrauch eines elektronischen Endgeräts auf dem Fahrrad erwischt wird, muss ein Bußgeld von 55 Euro zahlen. Die volle Aufmerksamkeit gilt dem Straßenverkehr. Somit ist auch das Hören von Musik in angemessener Lautstärke nur soweit zulässig, wie es nicht zu Ablenkungen führt.

Gesichtsverhüllung verboten

Bei Verkehrskontrollen und Fotoaufnahmen z.B. durch Blitzer, muss der Fahrer eines Kraftfahrzeuges identifiziert werden können. Aus diesem Grund ist jegliche Art der Gesichtsverhüllung z.B. durch Masken, Chador, Burka und Niqab, Hijab oder Gesichtsbemalungen, gesetzeswidrig. Bei Kraftradfahrern ist das Tragen von Brillen oder Helmen erlaubt, da sie zum Schutz des Fahrers bei Unfällen dienen.

Winter- und Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol

Auto im Schnee: Winterreifen sind ab 2018 mit Alpine-Symbol verpflichtend
Winterreifen mit Alpine-Symbol werden Pflicht!

Bisher wurden Winterreifen ebenso wie Allwetterreifen mit „M+S“ gekennzeichnet. Die Buchstaben stehen für „Matsch und Schnee.“ Allwetterreifen, oder auch: „Ganzjahresreifen“, ähneln ihrer Beschaffenheit nach Winterreifen. Aufgrund ihrer größeren Profiltiefe im Vergleich zu Sommerreifen, können sie zu bestimmten Witterungsverhältnissen auch im Winter genutzt werden. Die Winterreifenpflicht ist nach § 2 Absatz 3a der StVO demnach teilweise auch mit Allwetterreifen gewährleistet.

NEU ab 2018 ist die eindeutige Kennzeichnung von Winterreifen mit dem Alpine-Symbol (Berg und Schneeflocke). Das Wintersymbol ist rechtlich geschützt und wird nach strengen Richtlinien vergeben. Ab 1. Oktober 2024 dürfen Winterreifen flächendeckend nur noch mit dem Schneeflockensymbol gefahren werden. Die Fahreigenschaften von Ganzjahresreifen genügen der Vergabe des Schneeflockensymbols nicht, dürfen nach dieser Regelung folglich nicht mehr als Winterreifen genutzt werden. Haben Sie Anfang des Jahres 2018 neue Winterreifen erworben, so müssen diese mit dem Alpine-Symbol markiert sein. Wenn Sie die Neubereifung bis Ende 2017 vorgenommen haben, so dürfen Sie die Reifen bis zum 30. September 2024 weiterverwenden.

Weiterhin ist neu, dass bei falscher Bereifung nicht nur der Fahrer, sondern auch der Fahrzeughalter haftbar gemacht wird. Die Höhe des Bußgeldes beträgt 75 Euro für den Halter des Kfz, 60 Euro muss der Fahrer zahlen. Sollten bei ungeeigneten Reifen Behinderungen entstehen, entspricht dies einer Ordnungswidrigkeit. Als Konsequenz kann eine höhere Geldstrafe ausgestellt werden.

Kfz-Steuer wird neu berechnet

Für Fahrzeuge, die ab dem 1. September 2018 in eine neue Typenzulassung eingeordnet werden, wird die Kfz-Steuer neu berechnet. Die Typen werden nach der aktualisierten Abgasmessung nach WLTP-Norm (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) vergeben. Aus dieser resultieren oft höhere CO2-Werte. Hier kann die Kfz-Steuer erheblich steigen. Für neu zugelassene Fahrzeuge, die ihre Typengenehmigung vor dem 1. September 2018 erhalten, wird diese Regelung ab September 2019 rechtmäßig. Seit Anfang 2018 gehört die Endrohrmessung im Zuge der Abgasuntersuchung zum Pflichtprogramm.

Beiträge der Kfz-Versicherung ändern sich

Die neue Einstufung in Typklassen trägt dazu bei, dass die Versicherungsbeiträge für das Jahr 2018 für viele Halter von Kraftfahrzeugen angepasst wurden. Etwa ein Viertel aller Autofahrer sieht sich bei der Haftpflichtversicherung mit Änderungen konfrontiert. Gut die Hälfte aller Fahrzeuge wurde bei den Kaskoversicherungen einer neuen Klasse zugeordnet. Speziell SUVs und hoch motorisierte Oberklassefahrzeuge wurden in eine höhere Klasse eingestuft.

Fahren Sie einen Kleinwagen, dann gehören Sie vielleicht zu den ca. 13 Prozent, deren Fahrzeug laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in eine niedrigere Typklasse gerutscht ist.

Weitere Änderungen greifen bei den Regionalklassen der Kfz-Haftpflichtversicherungen. Etwa 67 Bezirke dürfen sich über Verbesserungen freuen. 41 Bezirke haben das Nachsehen und für 31 Millionen Autofahrer ändert sich die Regionalklasse nicht. Je nach Zuordnung Ihres Fahrzeuges, ist der Wechsel Ihrer Kfz-Versicherung eine Überlegung wert.

Automatisches Notrufsystem (eCall)

Bei Neufahrzeugen muss ab April 2018 ein automatisches Notrufsystem verbaut sein. Bei einem Unfall wählt das System automatisch die Notrufnummer 112, sodass im Falle der Bewusstlosigkeit des Fahrers schnelle Hilfe garantiert ist. Der Ort, der Zeitpunkt des Unfalls, die Fahrtrichtung, die Personenanzahl im Auto und die Art des Treibstoffs werden dabei an die Notrufzentrale gesendet. Durch das automatische Notrufsystem soll die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent sinken.

Fahrverbot für Dieselfahrzeuge

Halter von Dieselfahrzeugen, besonders von älteren Modellen, müssen sich eventuell auf etwaige Fahrverbote in Stuttgart gefasst machen. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig wird sich dem Thema am 22. Februar widmen. Das Fahrverbot sollte ursprünglich flächendeckend und ganzjährig gelten. So urteilte das Verwaltungsgericht Stuttgart zur Jahresmitte 2017: Die geplanten Maßnahmen reichten nicht aus, um die Qualität der Luft nachhaltig zu verbessern. Aufgrund eines Einspruchs des Bundeslandes Baden-Württemberg, entscheidet nun das Bundesverwaltungsgericht über die Einfahrtsbestimmungen älterer Dieselautos in Stuttgart.