Wenn du ein Auto zulässt, ist die Gebühr selten eine Zahl – und genau das macht die Sache unübersichtlich. Mal sind es 30 Euro, mal das Doppelte. Woran liegt das? An den vielen kleinen Posten, die je nach Vorgang anfallen. Ich nehme sie hier einzeln auseinander.
Die Behördengebühr ist nur der Anfang
Die reine Verwaltungsgebühr der Zulassungsstelle ist bundesweit in der Gebührenordnung (GebOSt) geregelt. Je nach Vorgang sieht das grob so aus:
- Neuzulassung: rund 30 €
- Umschreibung mit neuem Kennzeichen (Gebrauchtwagen): ca. 30 €
- Ummeldung mit Kennzeichenmitnahme: günstiger, oft unter 30 €
- Außerbetriebsetzung (Abmeldung): ca. 10 €
Die Schilder: der unterschätzte Posten
Zwei geprägte Nummernschilder kosten zwischen 20 und 35 € – und das ist oft mehr als die Behördengebühr selbst. Direkt am Schilderstand vor dem Amt zahlst du am meisten, online deutlich weniger.
Wunschkennzeichen und weitere Aufschläge
Möchtest du ein Wunschkennzeichen, kommen wenige Euro für Zuteilung und Reservierung dazu. Wie sich dieser Posten genau zusammensetzt, habe ich im Ratgeber zu den Wunschkennzeichen-Kosten aufgeschlüsselt. Weitere mögliche Kosten:
- eVB-Nummer: in der Regel kostenlos von deiner Kfz-Versicherung
- Hauptuntersuchung (HU): je nach Fahrzeug rund 130 €, falls fällig
- Plakette/TÜV-Plakette: wenige Euro
Beispielrechnung 1: Gebrauchtwagen ummelden
So sieht eine typische Umschreibung mit neuem Kennzeichen aus:
- Umschreibegebühr: ca. 30 €
- Zwei Schilder (online): ca. 25 €
- Wunschkennzeichen (optional): ca. 13 €
- Gesamt: rund 55–70 €
Beispielrechnung 2: Umzug mit Kennzeichenmitnahme
Ziehst du um und behältst dein Kennzeichen, fällt der Schilder-Posten weg:
- Ummeldegebühr: ca. 20–30 €
- Schilder: 0 € (Kennzeichen bleibt)
- Gesamt: rund 20–30 €
Sonderfälle: Saison, Kurzzeit und Export
Nicht jede Zulassung ist eine klassische Anmeldung. Für Sonderkennzeichen gelten eigene Gebühren:
- Saisonkennzeichen: Die Zulassung kostet ähnlich wie eine normale Anmeldung; der Vorteil liegt bei Steuer und Versicherung, die nur für die gewählten Monate anfallen.
- Kurzzeitkennzeichen (für Überführung oder Probefahrt): meist rund 13 € Gebühr plus die kurzlebigen Schilder und eine spezielle Kurzzeitversicherung.
- Ausfuhrkennzeichen (Export ins Ausland): teurer, weil Schilder und Versicherung für den Export dazukommen.
Warum die Kosten überhaupt schwanken
Wenn dir zwei Bekannte unterschiedliche Beträge für „dieselbe" Zulassung nennen, liegt das selten an einem Fehler. Es liegt an den Bausteinen: Hat jemand das Kennzeichen mitgenommen oder neue Schilder gekauft? War die HU fällig? Wurde online oder am Schalter zugelassen? Wurde ein Wunschkennzeichen gewählt? Jede dieser Entscheidungen verschiebt die Summe um 10 bis 35 Euro. Genau deshalb ist die ehrlichste Antwort auf „Was kostet das?" immer: „Kommt drauf an – aber rechnen wir es zusammen."
So drückst du die Zulassungskosten
- Online zulassen: Die i-Kfz-Zulassung ist oft günstiger als der Schalter – und du sparst Anfahrt und Wartezeit.
- Schilder nicht vor Ort kaufen, sondern vorab online.
- Kennzeichen mitnehmen, wenn du umziehst – spart neue Schilder.
- eVB kostenlos bei der Versicherung anfordern, nicht über teure Drittdienste.
Wer zahlt was beim Autokauf?
Beim Gebrauchtwagenkauf taucht oft die Frage auf, wer die Zulassungskosten trägt. Die klare Antwort: Die Zulassung auf den neuen Halter zahlt der Käufer. Der Verkäufer ist nur dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug ordnungsgemäß übergeben wird – inklusive aller Papiere.
Praktisch heißt das für dich als Käufer: Du brauchst vor der Ummeldung eine eVB-Nummer deiner Versicherung, die Zulassungsbescheinigungen vom Verkäufer und den Kaufvertrag. Erst dann kannst du das Auto auf dich zulassen – und entscheidest, ob du das bisherige Kennzeichen übernimmst oder ein eigenes Wunschkennzeichen wählst.
Häufige Fragen
Fazit
Die Kfz-Zulassung ist kein Pauschalpreis, sondern ein Baukasten: Behördengebühr, Schilder, optional das Wunschkennzeichen und die HU. Wer online zulässt, Schilder clever kauft und das Kennzeichen mitnimmt, hält die Kosten klein. Für die meisten Vorgänge landest du am Ende zwischen 20 und 70 Euro – je nachdem, wie viel neu gemacht werden muss.