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Kfz-Zulassung

Saisonzulassung: So funktioniert das Saisonkennzeichen

Mit einer Saisonzulassung zahlst du nur, wenn du wirklich fährst – clever bei Cabrio, Motorrad oder Wohnmobil. Ich zeige dir, wie das Saisonkennzeichen funktioniert und worauf du achten musst.

Als ich mein erstes Cabrio kaufte, stand ich vor einer simplen Frage: Warum soll ich von November bis März volle Steuer und Versicherung zahlen, wenn der Wagen die ganze Zeit in der Garage steht? Die Antwort der Zulassungsstelle war herrlich einfach – Saisonzulassung. Und genau die schauen wir uns hier in Ruhe an.

Denn ein Saisonkennzeichen ist mehr als ein netter Spartrick. Es ist ein offizielles, ganz reguläres Kennzeichen, das nur in einem festgelegten Zeitraum des Jahres gilt. Außerhalb davon ruht dein Fahrzeug – ohne dass du es jedes Mal neu an- und abmelden musst.

Gut zu wissen: Du erkennst ein Saisonkennzeichen sofort an den beiden Zahlen am rechten Rand, übereinander geschrieben – zum Beispiel 04/10. Das bedeutet: Das Fahrzeug darf von April bis einschließlich Oktober gefahren werden.

Was ist eine Saisonzulassung überhaupt?

Bei der Saisonzulassung legst du bei der Anmeldung einen festen Zeitraum fest, in dem dein Fahrzeug zugelassen ist. Dieser Zeitraum muss mindestens zwei und höchstens elf Monate umfassen – volle Kalendermonate, nicht tageweise.

Die rechtliche Grundlage findest du in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Der Clou: Innerhalb deines Zeitraums ist alles wie bei einem normalen Auto. Außerhalb gilt das Fahrzeug automatisch als vorübergehend stillgelegt – du musst also nichts tun, wenn die Saison endet.

Das brauchst du für die Anmeldung: Personalausweis, Zulassungsbescheinigung Teil I und II, eVB-Nummer deiner Versicherung, gültige HU, ein SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer und – falls gewünscht – die reservierte Wunschkombination.

Für wen lohnt sich das Saisonkennzeichen?

Die Saisonzulassung ist quasi gemacht für alle Fahrzeuge, die nur einen Teil des Jahres bewegt werden. Aus eigener Erfahrung und der vieler Bekannter sind das vor allem:

  • Cabrios und Roadster, die im Winter ohnehin in der Garage bleiben.
  • Motorräder – hier ist das Saisonkennzeichen fast schon Standard. Mehr dazu im Ratgeber zum Wunschkennzeichen fürs Motorrad.
  • Wohnmobile und Wohnwagen, die von Frühling bis Herbst on Tour sind.
  • Oldtimer, die als Schönwetterfahrzeuge bewegt werden.

Die Faustregel: Je länger dein Fahrzeug pro Jahr steht, desto mehr sparst du. Wer saisonkennzeichen zulassung und Standzeit clever kombiniert, holt spürbar Geld zurück.

Tipp: Wähle die Saison lieber etwas großzügig. Ein Monat mehr kostet bei Steuer und Versicherung wenig, aber wenn du an einem warmen Märztag fahren willst und die Saison erst im April beginnt, ärgerst du dich. Beliebt ist 03/10 oder 04/10.

So meldest du dein Auto saisonweise an

Der Ablauf unterscheidet sich kaum von einer normalen Zulassung. Wenn du dein Auto anmelden willst, gibst du bei der Zulassungsstelle einfach zusätzlich den gewünschten Saisonzeitraum an. Diese beiden Zahlen werden dann fest auf das Schild geprägt.

Du kannst die Saisonzulassung sowohl vor Ort als auch zunehmend online erledigen. Über die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz) ist die Saison inzwischen in vielen Zulassungsbezirken auswählbar – bequem vom Sofa aus. Welche Voraussetzungen du dafür erfüllen musst, habe ich dir separat aufgeschrieben.

Ein Wunschkennzeichen ist auch mit Saison problemlos möglich. Du reservierst deine Wunschkombination wie gewohnt – die Saisonzahlen kommen einfach zusätzlich aufs Schild.

Kann ich das Saisonkennzeichen mitten im Jahr ändern? Nein, der Zeitraum ist fest. Willst du eine andere Saison, brauchst du eine neue Zulassung mit neuem Schild – das kostet wieder Gebühren und Prägung. Plane deine Saison deshalb von Anfang an realistisch.

Was kostet eine Saisonzulassung?

Die einmaligen Kosten für die Zulassung selbst unterscheiden sich kaum von einer normalen Anmeldung: rund 30 € Zulassungsgebühr plus etwa 20–35 € für die geprägten Schilder. Details dazu im Ratgeber zu den Zulassungskosten.

Der eigentliche Spareffekt steckt bei den laufenden Kosten: Kfz-Steuer und Versicherung berechnen sich anteilig nur für die Monate deiner Saison.

Kurz gerechnet: Angenommen, die jährliche Kfz-Steuer liegt bei 120 €. Bei einer 7-Monats-Saison (04/10) zahlst du nur den anteiligen Betrag – also rund 70 €. Bei der Versicherung sparst du ähnlich. Über mehrere Jahre summiert sich das auf einen ordentlichen Betrag.

Die Steuer ziehst du dabei nicht jedes Jahr neu – das Finanzamt verlängert automatisch. Wie sich der Steuerbetrag zusammensetzt, kannst du im Ratgeber Kfz-Steuer berechnen nachlesen.

Wichtig: Alle Beträge sind realistische Spannen zur Orientierung. Gebühren und Versicherungstarife unterscheiden sich je nach Bundesland, Zulassungsbezirk und Anbieter. Sieh die Zahlen als Richtwert, nicht als garantierten Festpreis – Angaben ohne Gewähr.

Außerhalb der Saison: Das ist erlaubt – und das nicht

Hier wird es wichtig, denn viele unterschätzen die Regeln. Außerhalb deiner Saison gilt das Fahrzeug als stillgelegt. Das heißt konkret:

Du darfst dein Auto in dieser Zeit nicht im öffentlichen Verkehr bewegen – und auch nicht im öffentlichen Raum parken. Es muss auf privatem Grund stehen, also in der Garage, im Carport oder auf deinem eigenen Stellplatz. Wer mit abgelaufener Saison erwischt wird, fährt faktisch ohne Zulassung. Was das bedeutet, erklärt der Ratgeber zum Fahren ohne Zulassung.

Wichtig: Während der Saisonpause besteht in der Regel nur eine eingeschränkte Ruheversicherung. Beschädigungen durch Brand, Diebstahl oder Sturm sind oft mitversichert – aber nur, wenn das Fahrzeug auf Privatgrund steht. Kläre das vorab mit deiner Versicherung.

Ein praktischer Nebeneffekt: Die Hauptuntersuchung musst du auch hier im Blick behalten. Läuft die HU während der Saisonpause ab, musst du sie zu Beginn der neuen Saison nachholen, bevor du losfährst.

Saisonzulassung vs. dauerhaft an- und abmelden

Theoretisch könntest du dein Fahrzeug auch jedes Jahr neu anmelden und im Winter wieder abmelden. Aber das ist deutlich umständlicher: zwei Behördengänge pro Jahr, jedes Mal Gebühren, und bei der Abmeldung verlierst du unter Umständen dein Wunschkennzeichen.

Die Saisonzulassung nimmt dir genau das ab. Einmal eingerichtet, läuft sie Jahr für Jahr automatisch – an- und abmelden im Hintergrund inklusive. Deshalb ist sie für regelmäßige Schönwetterfahrzeuge fast immer die bessere Wahl.

Mein Rat: Hast du dein Fahrzeug nur für ein einziges Jahr saisonal genutzt und willst danach komplett aussteigen, reicht eine normale Abmeldung. Für alles, was jährlich wiederkehrt, ist die Saisonzulassung klar im Vorteil.

Häufige Fragen zur Saisonzulassung

Wie lange darf die Saison mindestens und maximal sein? Mindestens zwei und höchstens elf volle Monate. Zwölf Monate gibt es nicht – das wäre dann eine normale Ganzjahreszulassung.
Muss ich am Saisonende etwas tun? Nein. Das Fahrzeug gilt automatisch als außer Betrieb. Genauso startet die nächste Saison von selbst wieder – ohne Behördengang.
Kann ich ein Saisonkennzeichen bei einem Umzug mitnehmen? Seit der Kennzeichenreform ist die Mitnahme bundesweit möglich. Mehr dazu im Ratgeber Wunschkennzeichen mitnehmen.
Lohnt sich die Saisonzulassung für mein Motorrad? In den meisten Fällen ja. Maschinen stehen im Winter ohnehin still – mehr Infos beim ADAC und im Motorrad-Ratgeber.

Fazit

Die Saisonzulassung ist einer der unkompliziertesten Spartricks rund ums Auto: Du zahlst Steuer und Versicherung nur für die Monate, in denen du wirklich fährst – und musst dich um An- und Abmeldung nie wieder kümmern. Für Cabrios, Motorräder, Wohnmobile und Oldtimer ist das auto saison anmelden fast immer die clevere Lösung.

Wichtig bleibt nur: Halte dich an deinen Zeitraum, parke außerhalb der Saison auf Privatgrund und behalte die HU im Blick. Wenn du so weit bist, zeigt dir der Ratgeber zum Auto anmelden Schritt für Schritt, wie du dein Fahrzeug – mit oder ohne Wunschkennzeichen – auf die Straße bringst.

Zulassung Kosten Saisonkennzeichen

Rechtsstand: 24.06.2026 · Quelle: FZV, KBA, ADAC

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