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MPU

MPU-Kosten 2026: Womit du wirklich rechnen musst

Die MPU-Kosten sind höher, als viele denken – aber selten dort, wo man sie vermutet. Ich zeige dir jeden Posten vom Gutachten bis zur Haaranalyse und wo du wirklich sparen kannst.

Als ich zum ersten Mal hörte, was eine MPU kosten kann, dachte ich ehrlich: „Das kann doch nicht nur das Gutachten sein." Und genau so ist es. Der Preis, den dir die Begutachtungsstelle nennt, ist nur die Spitze des Eisbergs – die eigentlichen Kosten verstecken sich an mehreren Stellen drumherum.

Deshalb lass uns das in Ruhe auseinandernehmen. Denn „die MPU kostet X Euro" ist eine Aussage, die fast immer zu kurz greift. Je nachdem, warum du zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung musst und wie gut du vorbereitet bist, zahlst du am Ende sehr unterschiedlich viel.

Die kurze Antwort: Die reine Begutachtung kostet je nach Anlass meist 400–800 €. Rechnest du Vorbereitung (Kurse, Beratung) und eventuelle Abstinenznachweise dazu, landest du realistisch bei 1.000–2.500 € – bei langen Abstinenzphasen auch darüber.

1. Die Begutachtung – der amtliche MPU-Preis

Fangen wir mit dem Posten an, an den die meisten zuerst denken: die eigentliche Untersuchung bei der Begutachtungsstelle. Die Gebühren dafür sind in der Gebührenordnung (GebOSt) geregelt – und sie hängen direkt vom Anlass ab.

Grob kannst du dich an diesen Spannen orientieren:

  • Alkohol-MPU: rund 400–650 €
  • Drogen-MPU: rund 550–750 €
  • Punkte-MPU (verkehrsauffällig): rund 350–450 €
  • Kombinierte Fragestellungen: bis zu 800 €

Diese Beträge zahlst du an die Begutachtungsstelle, in der Regel bevor der Termin überhaupt stattfindet. Der MPU-Preis ist hier also relativ klar umrissen – die Überraschungen kommen erst danach.

Gut zu wissen: Die Begutachtungsstellen sind amtlich anerkannt, und ihre Gebühren orientieren sich an einem festen Rahmen. Ein „Schnäppchen-Gutachter" ist kein gutes Zeichen – Seriosität geht hier klar vor Preis.

2. Die Vorbereitung – hier entscheidet sich vieles

Was viele unterschätzen: Den größten und gleichzeitig sinnvollsten Kostenblock machen oft nicht die Behördengebühren aus, sondern die Vorbereitung. Und genau hier trennt sich Bestehen von Durchfallen.

Eine professionelle MPU-Vorbereitung – Einzelgespräche, verkehrspsychologische Beratung oder Gruppenkurse – kostet je nach Umfang zwischen 300 und 1.500 €. Klingt viel, aber rechne ehrlich: Wer ohne Vorbereitung durchfällt, zahlt die komplette Begutachtung ein zweites Mal.

Mein Rat: Investier lieber einmal ordentlich in die Vorbereitung, als zweimal die Begutachtung zu bezahlen. Eine durchgefallene MPU ist der teuerste Weg überhaupt – und kostet dich zusätzlich Monate.

3. Abstinenznachweise und Haaranalyse

Bei einer Alkohol- oder Drogen-MPU verlangt der Gutachter fast immer einen Abstinenznachweis. Den führst du nicht selbst, sondern über ein zertifiziertes Labor – und das verursacht eigene Kosten, die viele zunächst gar nicht auf dem Schirm haben.

Es gibt zwei Wege. Bei der Urinanalyse wirst du über sechs oder zwölf Monate mehrfach kurzfristig einbestellt; jeder Test kostet etwa 35–60 €, über ein Jahr summiert sich das schnell auf mehrere Hundert Euro. Die MPU-Haaranalyse ist pro Termin teurer, dafür brauchst du seltener zu erscheinen: Eine Haaranalyse kostet je nach abzudeckendem Zeitraum etwa 150–300 € pro Untersuchung.

Kurz gerechnet: Ein Jahr Urin-Screening mit z. B. sechs Terminen à 50 € landet bei rund 300 €. Zwei Haaranalysen über je sechs Monate à 200 € kosten zusammen rund 400 € – dafür mit deutlich weniger Aufwand und Terminstress.

4. Drumherum: Sehtest, Führerschein, Behörde

Reservierung, Gutachten und Nachweise ergeben noch keinen neuen Führerschein. Dazu kommen die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis und kleinere Posten, die in Summe trotzdem zählen.

Das sind unter anderem die Gebühr bei der Führerscheinstelle für die Wiedererteilung (oft 100–200 €), gegebenenfalls ein Sehtest, ein Erste-Hilfe-Kurs und – falls verlangt – ein Aufbauseminar. Wenn dein Weg zurück zum Führerschein insgesamt ansteht, lohnt auch ein Blick in meinen Überblick zu den Führerschein-Kosten. Steht danach ein Fahrzeug an, helfen dir meine Ratgeber zu den Zulassungskosten und zur KFZ-Steuer berechnen bei der weiteren Planung.

Das brauchst du auf dem Weg zur MPU: Anordnung der Führerscheinstelle, ggf. lückenlose Abstinenznachweise, deinen Personalausweis, die Bestätigung über deine Vorbereitung und – bei Punkten – einen Auszug aus dem Fahreignungsregister.

MPU-Kosten-Übernahme: Zahlt jemand mit?

Die Frage nach der MPU-Kosten-Übernahme höre ich oft – und die ehrliche Antwort ist ernüchternd: Grundsätzlich trägst du die Kosten selbst. Weder die normale Krankenkasse noch die Kfz-Versicherung springen ein, denn die MPU ist Folge deines eigenen Verhaltens, nicht einer Krankheit.

Es gibt aber Ausnahmen. In bestimmten Fällen beteiligt sich die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter, wenn der Führerschein nachweislich für die Aufnahme einer Arbeit nötig ist. Auch manche Rentenversicherungsträger unterstützen im Rahmen einer Reha. Und wer die MPU beruflich braucht, kann die Kosten unter Umständen steuerlich als Werbungskosten geltend machen.

Gut zu wissen: Eine Kostenübernahme ist immer eine Einzelfallentscheidung. Frag aktiv beim Jobcenter, der Rentenversicherung oder deinem Steuerberater nach – pauschal abgelehnt wird seltener, als viele denken.

Beispielrechnung: Alkohol-MPU mit Vorbereitung

Damit du ein Gefühl für die Summe bekommst, hier eine realistische Rechnung für eine typische Alkohol-MPU nach Entzug der Fahrerlaubnis:

  • Begutachtung: ca. 550 €
  • Verkehrspsychologische Vorbereitung: ca. 600 €
  • Abstinenznachweis (12 Monate, Haaranalyse): ca. 400 €
  • Wiedererteilung Führerschein: ca. 150 €
  • Gesamt: rund 1.700 €

Bei einer reinen Punkte-MPU ohne Abstinenznachweis fällt der teuerste Block weg – dann landest du eher bei 700–900 € inklusive Vorbereitung.

Wichtig: Die genauen Beträge unterscheiden sich je nach Bundesland, Begutachtungsstelle und Anbieter teils deutlich. Manche Labore und Beratungsstellen rufen eigene Tarife auf. Sieh die Angaben hier deshalb als realistische Orientierung, nicht als garantierten Festpreis – alles ohne Gewähr und kein Rechtsrat.

So hältst du die MPU-Kosten im Rahmen

Ein paar Hebel, mit denen du den Gesamtpreis drückst, ohne an der falschen Stelle zu sparen:

  1. Früh mit der Abstinenz beginnen. Je eher die Nachweise lückenlos laufen, desto weniger Verlängerungen und Doppeltermine.
  2. Gute Vorbereitung wählen. Wer beim ersten Anlauf besteht, spart die zweite Begutachtung – der größte Spar-Posten überhaupt.
  3. Haaranalyse statt Dauer-Urintests prüfen, wenn weniger Termine für dich praktischer sind.
  4. Kostenübernahme abklären – Jobcenter, Rentenversicherung oder Steuer.

Einen guten ersten Überblick zu Ablauf und Anbietern bekommst du auch beim TÜV-Verband, dessen Mitglieder viele Begutachtungsstellen betreiben.

Häufige Fragen zu den MPU-Kosten

Bekomme ich die MPU-Kosten zurück, wenn ich bestehe? Nein. Die Gebühr für die Begutachtung ist unabhängig vom Ergebnis fällig und wird nicht erstattet – egal, ob du bestehst oder nicht.
Was kostet es, wenn ich durchfalle? Bei einem negativen Gutachten zahlst du für jeden neuen Anlauf die Begutachtung erneut. Genau deshalb ist eine durchgefallene MPU der teuerste Weg.
Sind Haaranalysen teurer als Urintests? Pro Termin ja, in der Summe nicht zwingend. Du brauchst seltener zu erscheinen – ob sich das rechnet, hängt vom geforderten Zeitraum und deinem Aufwand ab.
Übernimmt die Krankenkasse die MPU? In aller Regel nicht. Möglich ist eine Beteiligung über Jobcenter, Rentenversicherung oder als steuerliche Werbungskosten – immer im Einzelfall.

Fazit

Die MPU ist teurer als ihr nüchterner Gebührenrahmen vermuten lässt – aber selten dort, wo man zuerst hinschaut. Die Begutachtung selbst ist überschaubar; teuer werden Vorbereitung, Abstinenznachweise und vor allem ein zweiter Anlauf. Wer früh plant, sich ordentlich vorbereiten lässt und die Kostenübernahme prüft, hält die Summe im Rahmen und kommt schneller wieder ans Steuer.

Wenn der Führerschein erst einmal zurück ist und ein neues Auto ansteht: In meinem Ratgeber zum Auto anmelden zeige ich dir Schritt für Schritt, was du dafür brauchst – und im Ratgeber zur KFZ-Versicherung findest du die passende eVB-Nummer dazu.

Kosten Führerschein MPU

Rechtsstand: 24.06.2026 · Quelle: GebOSt (Gebührenordnung), TÜV-Verband, ADAC

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