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Führerschein

Mofa-, Roller- & AM-Führerschein: Was du wirklich brauchst

Mofa, Roller oder doch gleich der Führerschein AM? Ich zeige dir, welche Mofa-Prüfbescheinigung du wirklich brauchst, was der Rollerführerschein kostet und ab welchem Alter du losfahren darfst.

Als ich mit 15 zum ersten Mal auf einem geliehenen Mofa saß, war ich felsenfest überzeugt: „Dafür brauche ich doch keinen Führerschein, das fährt ja kaum schneller als ein Fahrrad." Ein Trugschluss, der mich beinahe teuer zu stehen gekommen wäre. Denn ganz ohne Papier geht es eben doch nicht.

Heute weiß ich: Mofa, Roller und Leichtkraftrad sind drei verschiedene Welten – und jede hat ihre eigene Eintrittskarte. Genau diese Karten schauen wir uns hier in Ruhe an, damit du nicht den gleichen Fehler machst wie ich damals.

Gut zu wissen: „Mofa" steht für „motorisiertes Fahrrad" und meint ein Fahrzeug mit höchstens 25 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit. Wird es schneller, gilt es nicht mehr als Mofa – und du brauchst eine andere Fahrerlaubnis.

Die Mofa-Prüfbescheinigung – dein Einstieg ab 15

Fangen wir ganz unten an. Für ein echtes Mofa (bis 25 km/h) brauchst du keinen klassischen Führerschein, sondern eine Mofa-Prüfbescheinigung. Das ist ein kleines Dokument im Scheckkartenformat, das bestätigt: Du kennst die wichtigsten Verkehrsregeln und kannst das Fahrzeug sicher bewegen.

Den Antrieb dafür lieferst du dir schon mit 15 Jahren. Du besuchst dazu entweder einen Mofa-Kurs in der Fahrschule oder – in manchen Bundesländern – einen Kurs an der Schule. Am Ende steht eine theoretische Prüfung. Eine praktische Prüfung wie beim Auto gibt es hier nicht, dafür aber praktische Fahrübungen während der Ausbildung.

Das brauchst du für die Prüfbescheinigung: ein Passfoto, deinen Personalausweis oder Reisepass, einen Sehtest ist hier nicht zwingend – aber empfehlenswert – und die Teilnahme an mindestens sechs Doppelstunden Theorie. Die genauen Vorgaben regelt die Fahrschule.

Wer vor dem 1. April 1965 geboren ist, darf Mofa übrigens ganz ohne Prüfbescheinigung fahren. Für alle anderen gilt: ohne das Dokument wird es teuer.

Rollerführerschein: Wenn 25 km/h nicht reichen

Ehrlich? 25 km/h fühlen sich im Straßenverkehr manchmal ziemlich langsam an. Wer mehr will, landet schnell beim Roller mit 45 km/h – und damit beim Führerschein AM, oft schlicht „Rollerführerschein" genannt.

Die Klasse AM umfasst zweirädrige Kleinkrafträder und leichte vierrädrige Fahrzeuge bis 45 km/h und maximal 50 cm³ Hubraum (bzw. entsprechende Leistungsgrenzen bei Elektroantrieb). Anders als beim Mofa gehört hier eine praktische Prüfung dazu.

Mofa oder Roller mit 45 km/h – was lohnt sich mehr? Wenn du ohnehin später Auto fahren willst, ist der AM-Schein die bessere Investition: Er ist in jeder Auto-Fahrerlaubnis (Klasse B) automatisch enthalten. Die Mofa-Bescheinigung hingegen bleibt eine reine Insellösung.

Das Mindestalter für die Klasse AM liegt bundesweit bei 15 Jahren. Das war nicht immer so – früher waren es 16. Inzwischen haben alle Bundesländer auf 15 abgesenkt, was den Einstieg für viele Jugendliche deutlich attraktiver macht.

Was kostet der ganze Spaß?

Kommen wir zum Geld, denn hier gehen die Wege auseinander. Die Mofa-Prüfbescheinigung ist der günstige Einstieg. Der Roller- bzw. AM-Führerschein kostet wegen der praktischen Prüfung und der umfangreicheren Ausbildung spürbar mehr.

Kurz gerechnet: Für die Mofa-Prüfbescheinigung zahlst du inklusive Kurs und Prüfung meist rund 100–200 €. Der Führerschein AM liegt mit Theorie, Fahrstunden und beiden Prüfungen eher bei 500–900 € – je nach Fahrschule und Region.

In diesen Summen steckt schon einiges drin: Anmeldegebühr der Fahrschule, Lehrmaterial, Prüfungsgebühren für TÜV oder DEKRA und – beim AM – die Fahrstunden. Wie sich Führerscheinkosten generell zusammensetzen, habe ich dir im Ratgeber zu den Führerschein-Kosten im Detail aufgeschlüsselt.

Mein Rat: Hol dir vor der Anmeldung zwei bis drei Angebote von Fahrschulen ein. Die Grundgebühr ist verhandelbar, und vor allem der Preis pro Fahrstunde macht am Ende den Unterschied. Bei einem geschickten Lerner sind das schnell 100 € gespart.

Vom Roller zum Motorrad – wie geht es weiter?

Der AM-Schein ist für viele nur die erste Stufe. Wer später richtig Motorrad fahren will, steigt über die Klassen A1, A2 und A auf. Das ist ein eigenes Thema – einen guten Überblick gebe ich dir im Ratgeber zum Motorradführerschein.

Ein schöner Nebeneffekt der frühen Roller-Erfahrung: Du sammelst schon mit 15 oder 16 echte Praxis im Straßenverkehr. Das macht den späteren Umstieg auf ein stärkeres Motorradkennzeichen-pflichtiges Fahrzeug deutlich entspannter. Und wenn du ohnehin den Führerschein ab 17 im Blick hast, passt der AM-Schein perfekt als Vorstufe.

Wichtig: Kosten, Mindestalter und Kursvorgaben können sich je nach Bundesland und Fahrschule unterscheiden. Die Angaben hier sind eine realistische Orientierung, kein garantierter Festpreis und keine Rechtsberatung – im Zweifel gilt, was deine Fahrschule und die Behörde sagen.

Versicherung und Kennzeichen nicht vergessen

Ein Punkt, den fast alle übersehen: Auch ein Mofa oder Roller braucht Versicherungsschutz. Statt eines normalen Schilds bekommst du ein kleines Versicherungskennzeichen – das wechselt jedes Jahr die Farbe und gilt immer für eine Saison. Wie das funktioniert, liest du im Ratgeber zum Versicherungskennzeichen.

Eine separate Zulassung wie beim Auto entfällt dabei. Du holst dir die Plakette direkt bei einer Versicherung, befestigst sie am Fahrzeug – und darfst losfahren. Ohne gültiges Kennzeichen wird das Fahren allerdings schnell zur Straftat.

Gut zu wissen: Das Versicherungskennzeichen wechselt jährlich zum 1. März die Grundfarbe (schwarz, blau, grün im Wechsel). An der Farbe erkennt die Polizei auf einen Blick, ob dein Schutz noch aktuell ist.

Mehr zu den verschiedenen Schildern für Kleinkrafträder findest du auch im Überblick zum Mofa- und Mopedkennzeichen. Die rechtlichen Grundlagen rund um die Fahrerlaubnis kannst du beim Kraftfahrt-Bundesamt nachlesen, ein neutraler Erfahrungsbericht zur Mofa-Ausbildung steht beim ADAC.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Mofa wirklich eine Prüfbescheinigung? Ja, wenn du nach dem 1. April 1965 geboren bist. Ohne gültige Mofa-Prüfbescheinigung gilt das als Fahren ohne Fahrerlaubnis – mit Bußgeld und im schlimmsten Fall Punkten.
Ist der Führerschein AM im Autoführerschein enthalten? Ja. Mit der Klasse B darfst du automatisch auch Fahrzeuge der Klasse AM fahren. Einen separaten Rollerführerschein brauchst du dann nicht mehr.
Ab welchem Alter darf ich Mofa oder Roller fahren? Sowohl für die Mofa-Prüfbescheinigung als auch für den Führerschein AM gilt inzwischen ein Mindestalter von 15 Jahren – bundesweit einheitlich.
Gilt die Mofa-Prüfbescheinigung auch im Ausland? Nur eingeschränkt. Sie ist ein deutsches Dokument; im Ausland gelten teils andere Regeln. Für Reisen mit dem Roller informierst du dich besser vorab über die Vorgaben des jeweiligen Landes.

Fazit

Der Weg aufs Zweirad ist günstiger und einfacher, als viele denken – man muss nur wissen, welche Stufe zu einem passt. Für ein langsames Mofa reicht die Prüfbescheinigung ab 15, und das schon für kleines Geld. Wer mehr Tempo will, greift zum Führerschein AM und hat den Rollerführerschein gleich als Sprungbrett für später.

Mein Tipp zum Schluss: Denk an die Versicherung und das passende Kennzeichen, bevor du losfährst. Und wenn du ohnehin Richtung Motorrad schielst, lies dich im Ratgeber zum Motorradführerschein ein – dann planst du von Anfang an in die richtige Richtung.

Mofa Führerschein AM Prüfbescheinigung

Rechtsstand: 24.06.2026 · Quelle: KBA, FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung), ADAC

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