Erinnerst du dich an diesen kurzen Moment der Panik, wenn dein Blick zufällig auf die kleine Plakette hinten am Kennzeichen fällt? Genau so ging es mir letztes Jahr: Ich überlegte fieberhaft, ob mein TÜV noch gültig ist – oder ob ich längst überfällig durch die Gegend fahre.
Die gute Nachricht vorweg: Die Hauptuntersuchung ist kein Hexenwerk. Wenn du weißt, wann sie ansteht, was sie kostet und worauf der Prüfer schaut, gehst du entspannt rein und kommst meist mit frischer Plakette wieder raus. Genau das schauen wir uns hier in Ruhe an.
Wann ist mein TÜV fällig?
Die zentrale Frage zuerst: Wann genau wird dein TÜV fällig? Die Antwort klebt direkt an deinem Auto. Auf der runden Plakette auf dem hinteren Kennzeichen steht die Jahreszahl in der Mitte, und die Zahl, die ganz oben (auf 12 Uhr) steht, nennt dir den Monat.
Für gewöhnliche Pkw gilt: Nach der Erstzulassung steht die erste HU nach drei Jahren an, danach geht es im Zwei-Jahres-Rhythmus weiter. Bei Motorrädern ist es ebenfalls alle zwei Jahre, bestimmte Fahrzeugarten wie Taxis oder schwere Lkw müssen sogar jährlich vorfahren.
Wichtig zu wissen: Es gibt keine gesetzliche „Schonfrist". Fährst du mit abgelaufener Plakette, riskierst du ein Verwarn- oder Bußgeld – und bei mehr als zwei Monaten Überziehung wird die Prüfung sogar etwas gründlicher (und teurer).
HU und AU – was ist der Unterschied?
Du hörst die beiden Kürzel HU AU oft in einem Atemzug, dabei sind es zwei verschiedene Dinge, die heute zusammen stattfinden:
- HU (Hauptuntersuchung): der große Sicherheits-Check – Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Reifen, Rost, Karosserie.
- AU (Abgasuntersuchung): die Messung der Abgaswerte. Sie ist seit Jahren ein fester Bestandteil der HU und wird gemeinsam abgenommen.
Du musst die AU also nicht extra organisieren – die Prüforganisation erledigt beides in einem Rutsch. Auf dem Prüfbericht und in deiner Zulassungsbescheinigung sind beide Teile dokumentiert.
Was kostet der TÜV?
Jetzt zum Geld. Pauschal lässt sich der Preis nicht nennen, denn die TÜV Kosten hängen von Anbieter, Region und Fahrzeugart ab. Als grobe Orientierung für einen normalen Pkw kannst du mit folgenden Spannen rechnen:
- HU inklusive AU für einen Pkw: je nach Region und Anbieter etwa 120–160 €.
- Nur HU (z. B. Motorrad, ohne Abgasmessung): häufig rund 60–80 €.
- Nachprüfung bei „erheblichen Mängeln": meist 20–40 €.
Ein wichtiger Punkt zur Verspätung: Bist du mehr als zwei Monate über den HU-Termin hinaus, dürfen die Prüforganisationen einen Zuschlag von etwa 20 % auf die Gebühr verlangen, weil eine erweiterte Untersuchung nötig wird. Pünktlich vorfahren spart hier also bares Geld.
So läuft die Hauptuntersuchung ab
Der Ablauf ist erfreulich unspektakulär. Du fährst zur Prüfstelle, einer Werkstatt mit Prüfstützpunkt oder zur Station – mit oder ohne Termin. Dann geht es Schritt für Schritt durch das Fahrzeug:
- Identitätsprüfung: Fahrgestellnummer und Papiere werden abgeglichen.
- Sichtprüfung: Karosserie, Rost, Reifen, Beleuchtung, Scheiben.
- Funktionsprüfung: Bremsen auf dem Bremsenprüfstand, Lenkung, Stoßdämpfer.
- Untenrum: Auf der Hebebühne prüft der Sachverständige Achsen, Bremsleitungen und Auspuffanlage.
- AU: Abgaswerte messen.
- Ergebnis: Plakette und Prüfbericht – oder eine Mängelliste.
Das Ganze dauert für einen normalen Pkw oft nur 20 bis 30 Minuten. Sind keine oder nur geringe Mängel zu beanstanden, bekommst du sofort deine neue Plakette aufs Kennzeichen.
Mängel – was passiert, wenn etwas nicht passt?
Nicht jeder Mangel bedeutet gleich „durchgefallen". Die Sachverständigen ordnen Beanstandungen in Kategorien ein:
- Geringe Mängel: Du bekommst trotzdem die Plakette, solltest aber zeitnah reparieren (z. B. eine schwächelnde Leuchte).
- Erhebliche Mängel: Keine Plakette. Du musst nachbessern und innerhalb von rund einem Monat zur Nachprüfung.
- Gefährliche/verkehrsunsichere Mängel: Hier ist sofort Schluss – das Fahrzeug darf in dem Zustand nicht weiterfahren.
Klassische Durchfaller sind übrigens Beleuchtung, abgefahrene Bremsen, Rost an tragenden Teilen und Ölverlust. Vieles davon kannst du günstig selbst oder in der Werkstatt vorab beheben – und sparst dir die Nachprüfungsgebühr.
TÜV und Zulassung hängen zusammen
Eine gültige HU ist nicht nur Pflicht, sie ist auch Voraussetzung für viele Behördengänge. Willst du dein Auto ummelden, ein Fahrzeug wiederzulassen oder einen Gebrauchtwagen zulassen, verlangt die Zulassungsstelle einen aktuellen HU-Nachweis.
Auch beim Auto anmelden gehört die gültige Hauptuntersuchung zu den Dokumenten, die du parat haben musst. Ist der TÜV abgelaufen, kommst du um eine frische HU nicht herum, bevor das Fahrzeug wieder offiziell auf die Straße darf.
Häufige Fragen zur Hauptuntersuchung
Fazit
Die Hauptuntersuchung ist weniger gefürchtet als gedacht, wenn du vorbereitet bist. Merke dir den Monat auf der Plakette, plane rund 120–160 € für HU plus AU ein und mach vorher einen kurzen Eigen-Check bei Licht und Reifen. So fährst du entspannt rein und mit frischer Plakette wieder raus.
Wenn der nächste Behördengang ansteht: In meinem Ratgeber zur Zulassungsbescheinigung zeige ich dir, welche Papiere du dafür griffbereit haben solltest – die gültige HU gehört immer dazu.