Saisonkennzeichen

Saisonkennzeichen - was ist das?

Seit dem 1. März 1997 existiert das so genannte Saisonkennzeichen. Für den Fall, dass der Fahrzeughalter sein Fahrzeug nicht das ganze Jahr nutzen bzw. zulassen möchte, braucht er nicht zwei Mal zur Kfz-Zulassungsstelle, um das Fahrzeug vorübergehend stillzulegen oder neu anzumelden. Der Halter spart somit Zeit und Gebühren; die Zulassungsbehörde den Verwaltungsaufwand.

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Geltungszeitraum

Die Gültigkeit eines Saisonkennzeichens ist auf einen expliziten Zeitraum beschränkt. Dieser muss mindestens zwei Monate und darf höchstens elf Monate betragen. Der Zeitraum ist nicht erweiterbar. Falls also ein Fahrzeughalter sein Kfz länger nutzen möchte, als dies der Geltungszeitraum erlaubt, ist hierfür eine förmliche Änderung des Betriebszeitraums erforderlich.

Kennzeichenbeschriftung

Das Saisonkennzeichen weist neben den Angaben eines herkömmlichen Kennzeichens Angaben zum Zulassungszeitraum auf. Dieser ist auf der rechten Seite des Kennzeichens angeordnet. Die Zahl oberhalb des Strichs zeigt den Monat des Beginns an. Analog gibt die Zahl unterhalb des Strichs das Ende des Zulassungszeitraums wider.

Zusätzlich wird der beschränkte Betriebszeitraum auch in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) eingetragen.

Kosten für Saisonkennzeichen

Die meisten Kfz-Zulassungsstellen erheben für ein Saisonkennzeichen Kosten in Höhe von 26,80 Euro. Der Gebührensatz ist jedoch nicht bundesweit einheitlich, so dass einzelne Kfz-Zulassungsstellen hiervon abweichen können. Die Kosten für die Nummernschilder sind hierin noch nicht enthalten.

Anwendbare Vorschriften

Für das Saisonkennzeichen gelten sämtliche Vorschriften wie für das normale Kfz-Kennzeichen auch. Der einzige Unterschied liegt im beschränkten Geltungszeitraum des Saisonkennzeichens.

Vorteile bei Versicherungen

Saisonkennzeichen werden bei Versicherungen gesondert behandelt. Durch die geringere Zulassungsdauer innerhalb eines Jahres lassen sich in der Regel deutlich bessere Konditionen erzielen. Des Weiteren sollten vor Vertragsabschluss die übrigen Rabattmerkmale wie Garage, Allein- oder Wenig-Fahrer geklärt werden, was zum Abschließen einer preiswerteren Prämie führen kann.

Saison ist Saison

Saisonkennzeichen haben meist ein Zulassungsende für Ende Oktober. Somit muss für diesen Fall ab 1. November das Fahrzeug stehen bleiben. Ab diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Darüber hinaus ist kein Versicherungsschutz mehr gewährleistet.

Saisonkennzeichen beantragen

Das Saisonkennzeichen können Sie bei Ihrer Kfz-Zulassungsstelle entweder selbst oder über einen schriftlich bevollmächtigten Vertreter (zum Beispiel Ihren Kfz-Händler) beantragen. Gegebenenfalls müssen Sie für den Antrag ein Formular ausfüllen. Je nach Kfz-Zulassungsstelle ist dieses möglicherweise online als Download verfügbar, so dass Sie den Antrag bereits zu Hause vorbereiten oder sogar direkt online durchführen können. Besuchen Sie hierfür am besten den Webauftritt Ihrer Zulassungsbehörde.

Erforderliche Antragsunterlagen für ein Saisonkennzeichen

       
  • gültiger Personalausweis des Fahrzeughalters oder Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung    
  • bei Vertretung: schriftliche Vollmacht des Fahrzeughalters sowie Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung des Bevollmächtigten    
  • bei Unternehmen:
    • wenn natürliche Person: Gewerbeanmeldung
    • wenn juristische Person: Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszug
    • wenn Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Gesellschaftervertrag plus schriftliche Vollmacht der laut Vertrag zeichnungsberechtigten Personen
  • bei Minderjährigen: zusätzlich von allen Erziehungsberechtigten unterzeichnete, schriftliche Vollmacht und Personalausweis aller Erziehungsberechtigten    
  • Versicherungsbestätigung inklusive Angabe des Saisonzeitraums    
  • bei Halterwechsel oder Umkennzeichnung: Fahrzeugbrief bzw. Betriebserlaubnis (für zulassungsfreie Fahrzeuge mit Kennzeichenpflicht)    
  • Fahrzeugschein (wenn bis zum 30. September stillgelegt) oder Bescheinigung über die Abmeldung/Stilllegung    
  • Bescheinigung zur gültigen Abgasuntersuchung (AU) und zur letzten Hauptuntersuchung (HU). War die Hauptuntersuchung im Ruhezeitraum fällig, muss sie im ersten Monat des Betriebszeitraums nachgeholt werden.    
  • bisherige Kennzeichen    
  • ggf. Bestätigung der Wunschkennzeichen-Reservierung

Wunschkennzeichen möglich?

Saisonkennzeichen werden auch als Wunschkennzeichen vergeben. Die meisten Kfz-Zulassungsstellen bieten bereits eine Online-Reservierung an, die auch Saisonkennzeichen berücksichtigt. Falls Ihre Zulassungsbehörde nicht hierzu gehört, nehmen Sie am besten telefonischen Kontakt auf oder begeben Sie sich persönlich zur Kfz-Zulassungsstelle, um Ihr gewünschtes Saisonkennzeichen zu erhalten.

Was passiert, wenn man den Saisonzeitraum ändern möchte?

Die Änderung des Saisonzeitraumes durch den Halter erfordert eine neue Versicherungsbestätigung sowie neue Kennzeichenschilder für das Fahrzeug.

Darf man mit einem abgelaufenen Saisonkennzeichen trotzdem fahren?

Fahrten mit abgelaufenen Kennzeichen sind verboten. Andernfalls liegt ein Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vor. Auch Probe- oder Überführungsfahrten sind außerhalb des Zulassungszeitraums nicht erlaubt. Es drohen nicht nur Punkte in Flensburg, sondern auch Geldstrafe und im Extremfall sogar Freiheitsstrafe. Kommt es bei einer Fahrt mit abgelaufenem Kennzeichen zu einem Unfall mit Personen- oder Sachschaden, braucht die Versicherung nicht zu bezahlen. Der Fahrzeugbesitzer haftet dann mit seinem gesamten Vermögen. Dabei genügt es, dass nicht der Versicherungsnehmer selbst, sondern ein anderer das Fahrzeug fährt.

Was ist mit Parken oder kurzen Fahrten in die Werkstatt oder zum TÜV?

Auch das Parken mit abgelaufenem Kennzeichen kann teuer werden. Nach Ablauf der Saison ist es ausdrücklich verboten, das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen abzustellen. Wer dennoch parkt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro und drei Flensburgpunkten rechnen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt wird. Stehen außerhalb des Zulassungszeitraums Fahrten zur Werkstatt oder die TÜV-Untersuchung an, sind diese im ersten Monat der nächsten Zulassungsperiode durchzuführen. Ein Saisonkennzeichen ist nicht immer die preiswerteste Lösung.  Muss beispielsweise für die zulassungsfreie Zeit ein teurer Stellplatz angemietet werden, wird die Kosteneinsparung für die jährliche An- und Abmeldung schnell aufgezehrt.
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